— hier geht es zum Fotoalbum —
2025 Tal der Loire, Normandie und Luxemburg mit Camper und Motorrädern
Mittwoch 28.05.2025
Heute geht’s mal wieder auf die Waage, bevor wir dann am Freitag endlich losfahren. Diesmal haben wir 2 „kleine/leichtere“ Motorräder dabei und hoffen gewichtsmäßig nun im grünen Bereich zu landen. Um 15:15 treffe ich mich mit Heike bei Raiffeisen um mit dem Camper auf die Waage zu fahren. Die Anzeige schwankt zwischen 3,48t und 3,5t 🙂 Also alles OK. Im ersten Jahr waren 2 Teneres im Wagen und wir hatten gut 120 kg Übergewicht. Letztes Jahr war es eine Tenere und die Husqvarna 401, hier waren es dann noch 60kg drüber. Jetzt mit der Beta anstatt der Tenere passt es endlich. Die Wahrscheinlichkeit mal gewogen zu werden ist sicher gering aber im Ausland kann es richtig teuer werden.
Freitag 30.05.2025
Der Plan für heute war Heike mit dem Camper zur Arbeit nach Korbach zu fahren und ich verbringe die Zeit bis zu ihrem Feierabend auf dem kostenfreien Stellplatz in Korbach. Leider lief alles anders. Unter dem Camper befindet sich eine dicke Öllache. Vor 60km wurde in einer Fachwerkstatt ein Ölwechsel gemacht aber irgendetwas ist nicht dicht. Ich fahre Heike mit dem PKW nach Korbach und anschließend zurück um mich um den inkontinenten Camper zu kümmern. Erst in der achten Werkstatt die ich anrufe erreiche ich jemanden der bereit ist sich der Sache anzunehmen. Eine Werkstatt in Bad Emstal rettet uns den Urlaubstag. Es wurde eine falsche/defekte Dichtung an der Ölablassschraube verbaut. Um Punkt 12 Uhr bin ich dann in Korbach um Heike ein zu laden. Wir fahren nur Landstraße und landen nach gut 6Stunden auf einem Stellplatz in Klüsserath an der Mosel (10,80€ die Nacht). Hier ist überall alles ausgebucht. Am Abend gehen wir ins Dorf, Essen lecker und haben ein nettes Gespräch mit einem anderen Urlaubspärchen. Wir sitzen noch mit einem Glas Rose vor dem Wagen und genießen den lauen Sommerabend.
Samstag 31.05.2025
Die Nacht sehr gut geschlafen. Nach dem ausgiebigen Frühstück kaufen wir für 10 Cent noch 10L Wasser. Danach geht es zum Teil über kleinste Landstraßen und herrlich einsame Landschaft bis nach Luxembourg. In Remich, südlich von Luxemburg Stadt, tanken wir nochmal voll für 1,37€. Danach fahren wir für 200km Autobahn. Unsere Mautbox funktioniert. Die letzten 60km bis zu einem schön gelegen Stellplatz fahren wir wieder Landstraße. In Aix En Othe finden wir einen sehr schönen Stellplatz. Natur pur. Am Abend gehen wir ins Städtchen und essen etwa beim „Türken“. Wir hatten mal wieder die Wahl zwischen Pizza und Döner.
Sonntag 01.06.2025
Heute gibt es unser erstes frisches Baguette zum Frühstück. Heike musste die Nacht mit Ohrstöpseln schlafen, irgendwo im Städtchen war laute Party angesagt. Im Intermarche kaufen wir noch Grillsachen und eine Flasche Rose. Wir haben 190km Landstraße vor uns. Die kleinen Straßen sind wie ausgestorben. Gegen halb 3 treffen wir an unserem reservierten Platz in La Ferte Beauharnais ein. Ein herrliches Plätzchen im Wald. Die Motorräder sind ausgeladen und der Rose geöffnet, nur schmeckt er leider nicht so dolle. Gegen halb 7 schmeißen wir den Grill an. Das Fleisch ist sehr gut. Morgen wollen wir erstmal eine Runde drehen und ein paar Sehenswürdigkeiten für später selektieren. Für das Schloss Chamboard haben wir schon eine Ermäßigungskarte für den Eintritt bekommen. Eine Führung dort ist wohl Pflichtprogramm. Die Leute vom Platz sind extrem nett.
Montag 02.06.2025
Das Baguette aus der Boulangerie im Ort schmeckt wie ein Baguette vom Vortag. Nach dem Frühstück machen wir die Motorräder und uns fahrfertig. Den ersten Stopp legen wir in Bracieux in ein Chocolaterie ein. Wir probieren kleine Täfelchen verschiedener Schokoladensorten. Am Ende nehmen wir eine kleine Tafel verschiedene Schokospezialitäten und jeder 2 Kugeln Eis, welches extrem lecker ist. Machte dann in Summe 28€.
Danach fahren wir das Schloß Chambord an um mal einen flüchtigen Blick darauf zu werfen. Ein wahrlich imposantes Schloss. Wir machen ein paar Fotos und fahren an der Loire entlang bis Blois und zu den Gärten von Chaumont Sur-Loire. In den Gärten laufen wir ca.3 Stunden umher und schauen uns jede Menge Themenbereiche an. Gegen 17 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Am Abend wird wieder gegrillt und ein diesmal gut schmeckender Rose geleert.
Dienstag 03.06.2025
Kurz nach 11 Uhr sind wir heute Morgen weggekommen. Gut 160km zeigt das Navi an. Wir fahren durch endlose Laubwaldgebiete. Südlich der Loire befinden sich die größten zusammenhängenden Laubwälder Frankreichs. In Sully sur Loire gucken wir uns ein Wasserschloss an. In Chateauneuf sur Loire machen wir direkt an der Brücke unsere Pause mit Kaffee und Tortelette. Von Vanne sur Cosson aus fahren wir in westlicher Richtung auf einer Piste ca.20km durch den Wald, ganz legal. In Lamotte kaufen wir noch eine Kleinigkeit für den Abend ein. Jetzt, kurz nach 17 Uhr, sitzen wir vorm Camper und faulenzen noch etwas. Morgen soll das Wetter ab mittags schlechter werden und wir werden uns das Chateau Chambord ansehen. Am Donnerstag wird es dann weiter gehen.
Mittwoch 04.06.2025
Heute sind wir etwas früher raus. Ohne Frühstück, nur mit einer geschmierten Stulle, fahren wir gegen halb 10 zum Chateau Chambord welches wir heute besichtigen wollen.
Es ist relative wenig los. Wir haben 2 ermäßigte Tickets bekommen, die in Summe aber immer noch 33€ kosten. Das Schloss hat 450 Räume und ist riesig. In der Hauptsaison muss hier die Hölle los sein, was man anhand der vorhandenen Parkplätze ausmachen kann. Wir wissen das ab 14 Regen angesagt ist der sich auch pünktlich einstellt. In voller Regenmontur steuern wir den Carrefourmarkt und dann unser Camp an. Es hat sich auch merklich abgekühlt. Ab 16 Uhr soll es trocken werden, so dass wir damit beginnen können die Motorräder trocken zu legen undwieder im Camper zu verstauen. Am Abend gibt’s die erste Portion Nudeln mit Sauce.
Donnerstag 05.06.2025
Gegen 10 verlassen wir den Campingplatz und steuern als erstes eine Versorgungsstation für Camper am Ortseingang an. Hier können wir Grauwasser sowie unsere Toilette entsorgen. Für frisches Wasser brauchen wir eine Art Gitone die wir nicht haben. Wir machen uns auf den Weg zum Chateau Villandry was ca. 140km entfernt liegt und auch sehr schöne Gärten haben soll. Der Himmel zieht sich langsam zu und wir warten auf den angekündigten Regen. Am Chateau Villandry angekommen schaffen wir es noch die tollen Gärten bei einigermaßen trockenem Wetter zu durchlaufen. Auch das Schlossinnere ist sehr interessant und mit viel Liebe eingerichtet. In jedem Zimmer stehen frische Blumen oder große Gestecke die einen tollen Geruch verbreiten. Wenn ich wählen müsste zwischen Chambord oder Villandry würde ich Villandry bevorzugen.
Chambord ist nur von seinem Äußeren wesentlich imposanter. Das Innere und die Gärten lohnen sichin Villandry auf jeden Fall. Mittlerweile schifft es wie aus Kübeln und wir sind in Chateau La Valliere auf einem schönen leeren Campingplatz angekommen. Wir werden erstmal Duschen und dann überlegen ob wir noch was Essen gehen oder nicht, wegen des miesen Wetters.
Freitag 06.06.2025
Die Nacht hat es immer wieder kräftig geschüttet und am Morgen weckt uns die Sonne. Wir frühstücken draußen. Wir fahren auf kleinen Nebenstraßen und es sieht zum Teil aus wie im Bergischen Land. In Malicorne-sur Sartine, einem kleinen schönen Städtchen, machen wir Rast. Das kleine Schloss welches wir uns anschauen wollen hat leider geschlossen. Wir landen dafür in einem Künstler und Handwerkshop/Galerie. Hier kauft sich Heike ein paar sehr schöne Ohrringe. Im angrenzenden Park machen wir Mittagspause. Nachdem wir wieder im Camper sitzen fängt es wieder an zu regnen. In Bagnoles de-l Ome landen wir auf einem gut gefüllten Campingplatz. 95% sind Franzosen. Dieser Ort ist ein Thermalbad und viele gehen auf den Campingplatz anstatt sich in teuren Hotels einzumieten. Wir gehen jetzt ins Städtchen und versuchen unseren Hunger zu stillen. Wir landen in einer Creperie und essen vorzügliche Buchweizen Crepes mit herzhafter Füllung.
Samstag 07.06.2025
In der Nacht hat es viel geregnet und die Temperatur ist auf 14 Grad gesunken. Es kann nur besser werden. Gegen kurz nach 10 verlassen wir den Campingplatz. Bis Mont-Saint-Michel sind es 100km. Das Wetter ist bedeckt, ab und zu ein paar Tropfen, und ca. 16 Grad. Kurz vor Mont-Saint-Michel schauen wir uns noch einen deutschen Soldatenfriedhof an. Vom Aussichtspunkt der Gedenkstätte hat man schon eine gute Sicht auf die Abtei im Meer. Gegen 14:30 checken wir auf dem Campingplatz, der eigentlich nur ein Stellplatz ist, ein. Es gibt wenigstens eine Toilette und eine Dusche aber nicht einmal ein Waschbecken um sich die Hände zu waschen. Nach Mont-Saint-Michel sind es gut 5km die wir morgen früh mit einem Shuttlebus fahren werden. Der Tidenhub hier bei Mont-Saint-Michel ist der höchste in Europa, stattliche 15 Meter. Das Wasser zieht sich bei Ebbe bis zu 15km zurück und kommt bei einsetzender Flut mit einer Geschwindigkeit von ca. 30km zurück. Am Abend machen wir uns frischen Lachs mit Nudeln :-))
Sonntag 08.06.2025
Die letzte Nacht war fürchterlich. Laute Motorengeräusche wie von einem Crossrennen, dann ewig langes Feuerwerk und zum Schluss noch Disko und Dance Musik bis in den frühen Morgen. Unser Shuttlebus fährt um 12 Uhr nach Mont-Saint-Michel
Der Bus fährt bis kurz vor die Abtei wo wir fast einen Schlag bekommen. Touris ohne Ende (Ich weiß, wir sind selber welche) Pfingstsonntag und D-Day fallen hier fast zusammen. Wir zwängen uns ca.1 1/2 Stunden durch die Menschenmassen ehe wir aufgeben. Um 14 Uhr fahren wir zurück. In einem Shopin der Nähe vom Stellplatz kaufen wir noch einen guten, 7 Jahre alten im Holzfass gereiften, Calvados und ein Glas Karamellcreme. Zum Schluss noch ein Spaziergang zu einer nahegelegenen Windmühle. Um halb 4 sind wir wieder am Camp und genießen die Sonne. Zum Abendessen machen wir die gekaufte Flasche Cidre Rose auf und sind beide von dem angenehmen Geschmack begeistert. Davon packen wir uns noch eine Kiste ins Auto.
Montag 09.06.2025
Auch diese Nacht gab es wieder Party in der Nähe des Platzes. Wir verlassen den Platz ohne Frühstück, scheitern jedoch an der Schranke die uns nicht passieren lassen will. Die junge Dame von der Rezeption löst das Problem und wir können fahren. Wir decken uns mit Cidre-Rose, Karamellkreme, Baguette und Croissant ein. Kurz hinter Mont-Saint-Michel finden wir einen sehr schönen Picknickplatz am Wasser, um zu Frühstücken. Das Wetter ist prima. Wir fahren weiter an der Küste entlang über Avranches und Granville. Weiter im Landesinneren, in Coutances, besichtigen wir den dortigen Notre-Dame. Auch diese Kathedrale ist einmal fast abgebrannt. In Raids landen wir auf einem sehr schönen Campingplatz mit nur 6 Parzellen. Hier wollen wir erstmal 3 Nächte bleiben. Ein Holländer und ein deutscher Camper sprechen uns auf die Motorräder an und wollen wissen wo der Anhänger ist. Gegen halb 7 schmeißen wir den Grill an und genießen das Abendessen in der Sonne.
Dienstag 10.06.2025
Die Nacht war angenehm kühl und leise. Am Morgen ist es stark bewölkt und es sieht nach Regen aus. Wir Frühstücken draußen und sitzen kurz nach 10 auf den Motorrädern. In Carentan tanken wir erstmal voll. Es geht weiter an die Ostküste nach Utah Beach.
Hier sind überall Monumente und Museen die an die Invasion der Alliierten im Juni 44 erinnern. Wirschauen uns einiges davon an bevor es weiter gen Norden geht. Hier an der Küste ist fast nichts los. Ein paar Womos sind unterwegs und es gibt jede Menge Camping und Stellplätze. In der Hauptsaison möchte ich hier nicht sein. In Barfleur kaufen wir etwas leckeres beim Bäcker. Am Pointe de Barfleur machen wir Rast am 75m hohen Leuchtturm und genießen das Meer. Von Barfleur aus geht es über kleine Nebenstrecken bis Valognes, von dort weiter auf die Schnellstraße bis Carentan. Hier kaufen wir noch fürs Abendessen ein. Gestern gab es Gegrilltes heute was Vegetarisches, Gemüsepfanne mit Reis. Morgen soll es richtig warm werden bevor es dann in der Nacht zu Donnerstag wieder kräftig regnen soll, wir sind gespannt.
Mittwoch 11.06.2025
Die Sonne lacht am Morgen in den Camper. Nach ausgiebigen Frühstück, mit frischem Baguette und Croissant, starten wir kurz nach 10. Auf kleinsten Straßen, zum Teil unasphaltiert, geht es nach Coutances. Unterwegs machen wir noch Stopp an einem kleinen Militärmuseum namens Cobra. Das kleine Museum ist privat geführt und mit entsprechend viel Enthusiasmus hat uns der Eigentümer versucht einiges zu erklären. Danach fahren wir weiter nach Coutances. Hier besichtigen wir die große Kathedrale die sich auch Notre-Dame nennt. In einem Cafe genießt Heike ihre ersten Macarons und ich vertilge einen leckeren Flam. Von Coutances aus geht es an die Westküste und an dieser entlang bis zum Cap de Carteret. Herrliche Sandstrände soweit das Auge reicht und hochsommerliche Temperaturen sorgen für einen tollen Tag. Zur Belohnung gönnen wir uns noch ein Eis. Auf dem Rückweg machen wir noch Halt in La Haye-du Puits um fürs Abendessen einzukaufen. Gegen kurz nach fünf sind wir zurück am Camp und genießen noch die Sonne. Nach dem Essen wird wieder alles im Camper verstaut. Morgen früh, zw. 8 – 10 Uhr, soll eine fette Regenfront durchziehen.
Donnerstag 12.06.2025
Die Nacht hat es, wie angekündigt, immer wieder kräftig geschüttet. Wir Frühstücken heute im Wagen. Wie üblich, kurz nach 10 kommen wir los. Unser Ziel ist das Cap de la Hague. Gegen 13 Uhr treffen wir hier ein. Wir parken auf einem eigens für Wohnmobile eingerichteten Parkplatz. Den letzten km gehen wir zu Fuß und bekommen prompt einen kräftigen kurzen Schauer ab. Am Cap essen wir an einem Fischimbiss jeder einmal Fish & Ships. Das Wetter wird immer besser und die Sonne kommt raus.
Zurück geht es wieder an der Aufbereitungsanlage von la Hague vorbei. Die ganze Anlage wirkt hier am Ende der Welt sehr gespenstisch. Zigfach Stacheldraht und 1000 Videokameras. In Cherbourgh wollen wir eine Regenschirmmanufaktur besuchen mit angeschlossenem Werksverkauf. Nachdem Heike gelesen hat das die Preise bei 370€ anfangen, war das Interesse verschwunden. Ich verfahre mich hinter Cherbourgh und es dauert etwas länger bis wir wieder an der Küste sind. In Fermanville landen wir auf einem kleinen einfachen Campingplatz. Bis auf 2 Monteure mit ihren Kastenwagen sind wir alleine hier. Wir gehen eine Runde zum Strand und schmeißen dann, zurück am Platz, den Grill an. Das Wetter ist wesentlich besser als angesagt. So kann es bleiben.
Freitag 13.06.2025
Die Nacht war herrlich ruhig. Wir frühstücken bei herrlichem Sonnenschein. Gegen halb elf sind wir bei Carrefour und kaufen noch 8 Flaschen Bio Cidre und ein paar Kleinigkeiten. Wir fahren bis nach Quettehou und von dort aus ziemlich nahe der Westküste entlang bis Carentan. Von hier aus geht es weiter ostwärts der Küste entlang. Am Point le Hoc besichtigen wir alte Stellungen aus dem 2. Weltkrieg. Den nächsten Stopp legen wir am Omaha Beach ein. Am Strand steht ein interessantes Edelstahldenkmal. Hier herrscht Tourismus pur. Hauptsächlich Engländer sind hier unterwegs. Die Strände hier sind herrlich, wie in Südeuropa. In Graye sur Mer finden wir endlich einen Picknickplatz. Von hier aus sind es nur noch ca.20km bis zu dem Bauernhof Camp den wir uns ausgesucht haben. Gegen halb 5 treffen wir hier ein und bekommen noch einen schönen Platz mit Meerblick vom „Schlafzimmer“ Hier haben wir für 3 Nächte gebucht. Um 17 Uhr fängt es an zu regnen. Um 20 Uhr soll wieder alles vorbei sein. Die nächsten 3Tage soll es trocken bleiben, schauen wir mal. Soviel zu trocken bleiben. Am Abend zieht eine Unwetterzelle über den Platz. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Wir wollen gerade in das Dachzelt klettern als es losgeht. Ein tierischer Sturm, unwetterartiger Regen und Hagel auf einen Schlag. Das Dachzelt verbiegt sich in alle Richtungen und ich habe Mühe es mit meinen 95kg Lebendgewicht wieder runter zu ziehen. Nachdem es unten ist läuft das Wasser aus den Reißverschlüssen des Dachzeltes in den Innenraum des Wagens. Wir behelfen uns mit Bratpfanne und Kochtopf um das Wasser einzufangen. Es ist höllisch laut und die Sicht nach draußen beträgt keine 5 Meter. Es blitzt und donnert aus allen Ecken. Nach 10 Minuten ist der Spuk vorbei. Der ganze Campingplatz ist übersät mit Grünzeug und abgebrochenen Ästen von den Bäumen. Zum Glück ist keinem auf dem Platz etwas passiert.
Samstag 14.06.2025
Am Morgen ist die Welt wieder in Ordnung, bis auf die Spuren die das Unwetter überall hinterlassen hat. Nach dem Frühstück fahren wir an der Küste entlang bis Auberville. Die Küste ist kpl. für den Tourismus erschlossen. Architektonisch ist das Seebad Houlgate besonders interessant. Hier stehen tolle Villen aus der Belle Époque. Man sieht dass hier das Geld zu Hause ist. Wir biegen von der Küste ab und fahren nach Baumont en-Auge. Ein sehr schönes gut erhaltenes kleines Fachwerkstädtchen. Weiter fahren wir über kleinste Sträßchen bis nach Beuvron en-Auge. Das soll das schönste Dorf Frankreichs sein. Es war ganz nett und die paar alten Fachwerkhäuser sind schön anzusehen aber das wars auch. Viel Hype um wenig. Wir umfahren Caen um wieder zum Camp zurück zu kehren. Am Abend schmeißen wir nochmal den Grill an. Morgen wollen wir etwas früher raus, in Caen ist ab 8 Uhr Markt.
Sonntag 15.06.2025
Der Wecker klingelt um 7:15, noch einmal kurz rumdrehen und dann raus aus den Federn. Kurz vor halb 10 fahren wir los nach Caen. Es sind nur 18km. Unsere Motorräder stellen wir direkt vor der Kirche St. Eglise de Pierre ab.
Der Markt beginnt hinter der Kirche. Bevor wir und ins Getümmel stürzen schauen wir uns noch die Kirche von innen an. Auf dem Markt gibt es wirklich alles. Besonders die kulinarischen Stände sind interessant und vielseitig. Hier gibt es für jeden etwas. Für uns ungewohnt werden fast alle angebotenen Speisen mitgenommen. Vor Ort wird so gut wie nichts verzehrt. Wir kaufen etwas Käse und ein paar leckere Falaffeln die wir am Abend in der Pfanne nochmal warm machen. Anschließend besichtigen wir die Burganlagen die etwas höher liegen. Man hat von hier eine prima Sicht über die Stadt. An einer Patisserie/Boulongerie, mit langer Schlange vor der Tür, schauen wir durchs Fenster zu den Leckereien im Inneren und es bleibt uns nichts anderes übrig als uns auch anzustellen. 3 leckere „Kalorienbomben“ landen in unserem Pappkarton. 2 werden sofort vertilgt einer überlebt bis zum Campingplatz. Am späten Nachmittag verstauen wir die Motorräder und die Klamotten wieder im Wagen. Das Wetter ist herrlich. Für Morgen haben wir für 14:30 2 Tickets gebucht für Monets Teich und Gartenanlagen in Giverny. Das sind von hier 180km.
Montag 16.06.2025
Nach dem Frühstück, bei bewölktem Himmel und kühlen Temperaturen, starten wir gegen 9 Uhr. 180 km Landstraße, vor uns. Wir machen unterwegs noch einen kurzen Einkaufsstopp bevor wir gegen 13 Uhr auf dem Parkplatz in Giverny einrollen. Wir finden gerade noch einen Platz auf dem Camper Parkplatz. Es ist ziemlich voll. Wir stehen noch eine Stunde an um dann zur gebuchten Zeit Einlass zu bekommen. In den Gärten trifft uns fast der Schlag, Menschenmassen ohne Ende. Jede Menge Bustouristen mit Führern und Schulklassen. 80% der Besucher sind Engländer. Auch im Wohnhaus, ein Geschiebe und Gedränge. Nach gut einer Stunde sind wir, leicht frustriert, wieder draußen.
Wir fahren noch ca. 30km und landen auf einem sehr schönen Stellplatz in einem Yachthafen an der Seine. Nur 3 der 8 Stellplätze sind belegt. Für den Camper mit 2 Personen incl. Strom, Chemiekloentsorgung, Grauwasserentsorgung, Dusche und Toilette zahlen wir nur 16€. Morgen wollen wir früh raus und Strecke machen um evtl. nochmal 2 Tage Luxemburg mit den Motorrädern unsicher zu machen. Mal sehen ob der Plan aufgeht.
Dienstag 17.06.25
Heute haben wir gut km abgespult. Gegen 17 Uhr treffen wir in Diekirch auf einem schönen Campingplatz ein. Wir laden die Motorräder aus, öffnen zur Ankunft einen Cidre und gehen am Abend zu Fuß in die Stadt und essen beide eine leckere Pizza. Ich esse eine Frutti di Mare die auch diesen Namen verdient hat. Wir fallen danach beide ziemlich platt ins Bett.
Mittwoch 18.06.2025
Nach dem Frühstück geht es los. Ich hatte am Vorabend noch eine 100km Runde auf das Navi gespielt. Die
Straßen sind leer und wir können die unzähligen Kurven genießen. In Vianden machen wir eine Kaffee und Kuchen Pause. Wir tanken die kleinen Moppeds nochmal voll. Super+ für 1,55€. Gegen halb 4 treffen wir wieder am Camp in Diekirch ein. Duschen und ein bisschen nix tun, das ist wie Urlaub. Für den morgigen Tag habe ich eine 120km Tour ausgearbeitet.
Donnerstag 19.06.2025
Heute haben wir nochmal das schöne Wetter und unseren letzten Fahrtag ausgenutzt. Ca. 150km mit mehreren Streckensperrungen (Route Barre) ließen das Navi permanent rechnen. Gegen halb 4 sind wir zurück am Camp. Nachdem die Motorräder abgekühlt sind verstauen wir sie im Camper. Am Abend gehen wir zum Essen ins Städtchen.
Ich gönne mir einen großen Salat und Heike ist Saltimboca. Alles sehr lecker. Obwohl nur Donnerstagabend, ist kaum irgendwo ein freier Platz zum Essen/Trinken zu bekommen. Morgen wollen wir an der Mosel entlangfahren und irgendwo nochmal übernachten bevor wir bei Ralf & Lisa eintreffen zur geplanten Party in der Nähe von Warburg.
Freitag 20.06.2025
Am Morgen nochmal unter die Dusche gesprungen. Nach dem Frühstück das ganze Geraffel zusammengepackt und gegen halb 10 sind wir unterwegs. Nach dem Tanken geht es an der Our entlang bis nach Reisdorf, hier passieren wir wieder deutschen Boden. Etwas nördlich von Trier erreichen wir die Mosel. Es ist relative wenig los auf den Straßen, dafür sind alle Stell, und Campingplätze an der Mosel randvoll. In Ediger-Eller essen wir ein leckeres Eis an einer uns bekannten Eisdiele, bevor es dann weiter Richtung Rhein geht. Wir setzen in St. Goar mit der Fähre über den Rhein. Heike hat einen Campingplatz nach ca. 20km in Wielen ausgesucht (Campingplatz Hauserbachsee) der telefonisch leider nicht erreichbar ist. Gegen halb 5 treffen wir dort ein. Der Betreiber ist supernett und erklärt uns das im Umkreis von 100km alles seit 2 Wochen ausgebucht ist. Er ist mit anderen Platzbetreibern in einer WhatsApp Gruppe und teilt sich mit diesen regelmäßig aus. Wir kriegen den wirklich allerletzten provisorischen freien Platz am Kinderspielplatz. Auf der Loreley ist Livemusik mit Peter Maffay und in Rüdesheim ist Harley Treffen, wo 30.000 Bikes erwartet werden. Wir sind echt Happy noch unter zu kommen. Auch das Lokal ist für den Abend ausgebucht und so bestellen wir uns eine Pizza mit Salat.
Samstag 21.06.2025
Bei herrlichem Wetter nehmen wir den letzten Tag in Angriff. Unser Ziel ist Warburg. Hier lassen wir unseren Urlaub auf einer tollen Sommerparty, veranstaltet von Lisa & Ralf, ausklingen.





