2018 Südengland Bericht

Donnerstag 28.06.2018

Um 8:30 sitzen wir auf den Motorrädern. Wir wollen auf dem schnellsten Weg nach Brügge, das heißt 350km Autobahn. Wir kommen gut durch, nur um Brüssel herum knubbelt es sich ein wenig wegen der vielen Baustellen. Um 13:30 treffen wir auf dem Zeltplatz in Brügge ein. Wir hatten Tags zuvor noch einen Stellplatz reserviert. Wir laufen ca. 4 Stunden durch Brügge. Die Stadt wäre noch viel schöner, wenn nicht so viel Touris dort wären. Es gibt viele Geschäfte hier, wie Schokolaterien, Biergeschäfte mit bis zu 2000 Sorten Bier, Waffelbäckereien u.s.w. Die Innenausstattung dieser Läden ist mit viel Liebe zum Detail im alten Stil gehalten. Gegen 19:00 sind wir zurück am Zeltplatz. Morgen geht es wieder früh los. Die Fähre legt um 10:00 in Dünkirchen ab.

Freitag 29.06.2018

Um 6:00 klingelt das Smartphone. Da es draußen schon hell ist fällt es uns nicht allzu schwer aus den Federn zu kommen. Das Zelt ist schnell eingepackt. Frühstücken wollen wir bei dem Bäcker um die Ecke, leider gibt es nur Croissants ohne Kaffee. 90km Autobahn liegen noch vor uns, die schnell abgespult sind. Um 8:00 treffen wir im Hafen ein. Wir sind fast die ersten. Nach 2 Stunden warten geht es endlich auf das Schiff. Die Überfahrt ist langweilig. Außer den Kreidefelsen bei Dover gibt es nichts zu sehen. Über Deal und Ramsgate fahren wir nach Whitstable. Hier bummeln wir etwas durch die Harbourstreet. Die Geschäfte und Boutiquen sind mit zum Teil sehr bunten und exotischen Fassaden versehen. Wir essen unser erstes Fisch and Chips, mir schmeckt es und von dem Essig habe ich nichts gemerkt. Die Dosis muss ich beim nächsten Fisch and Chips erhöhen um mir ein besseres Urteil bilden zu können. Weiter geht es über Ashford, wo wir noch einen Einkaufsstopp einlegen, zum Zeltplatz Camp Rose. Nach dem Zeltaufbau und dem Duschen gibt es das verdiente Bier. Hier auf dem Platz wollen wir noch Sabines Nachbarn besuchen, die zur Zeit noch unterwegs sind. Das Wetter ist super. Am Abend sitzen wir bei Alexander und Monika im Vorzelt. Mit Alexander leere ich 3 Dosen Bier, bevor wir uns am späten Abend wieder verabschieden. Am Morgen müssen wir noch Einkaufen und landen notgedrungen bei Lidl. An der Ein- und Ausfahrt vom Parkplatz werden alle Fahrzeuge fotografiert. Ich hatte das zuerst gar nicht registriert bis Sabine mich darauf aufmerksam machte. Nach dem Einkauf wussten wir auch warum. Im Lidl steht ein Automat in dem jeder Kunde seinen Kassenbeleg einschieben und die KFZ Nummer eintippen muss, ansonsten kostet es 90 Pfund. Sabine hat ihre Nummer dort eingegeben, ich habe bis jetzt noch kein Knöllchen bekommen.

Samstag 30.06.2018

Wir schlafen tief und fest in dieser Nacht; es hat sich abgekühlt und es weht ein frischer Wind über den Platz. Nach dem Frühstück starten wir Richtung Romney an die Küste. Wir wandern am Kieselstrand entlang und bewundern die Kitesurfer die mächtig Gas geben bei der steifen Brise. In einem kleinen Strandshop holen wir uns ein eingepacktes Sandwich, der typische Mittagssnack der Engländer. Ich kann mich nicht daran erinnern so ein fertig eingepacktes Brot schon mal gegessen zu haben. Ich war skeptisch, musste aber zugeben, dass es gut geschmeckt hat. Parallel zum Strand verläuft auch die Schmalspurbahn der Romney, Hythe & Dymchurch Railway Company. Den ersten Zug haben wir hier in voller Fahrt vor die Linse bekommen. Auf der Landzunge von Dungeness machen wir auf dem Weg zum Startbahnhof der Railway Company eine Rast an einer Fischbude. Diese Imbissbude wurde im Deutschen Mare TV vor einiger Zeit vorgestellt und zu Recht empfohlen. Dieser ganze Bereich um Dungeness wirkt schon recht skurril. Alte, ehemals zerfallene Fischerhütten, die zum Teil von Designern wieder aufgepeppelt wurden und heute für ein Heidengeld gemietet oder gekauft werden können. Im Hintergrund dazu 2 Atomkraftwerke, ein abgeschaltetes und ein aktives.  Vor dem Kraftwerk befindet sich auch der Bahnhof der Schmalspurbahn. Hier können wir ein paar schöne Aufnahmen der im Maßstab 1:3 gebauten Dampfloks mit ihren Personenwagen machen. Weiter geht es über Rye zu unserem Zeltplatz Cockoos Rest. Morgen muss ich vor dem Fahren Sonnenmilch auftragen. Der erste Sonnenbrand macht sich im Gesicht bemerkbar. Das Sommerwetter soll noch min. eine Woche so bleiben.

Sonntag 01.07.2018

Heute haben wir lange geschlafen. Erst gegen Mittag machen wir uns auf den Weg nach Eastborne. Wir finden eine kleine Parklücke an der Promenade für unsere beiden Twins. Wir schlendern an der Promenade entlang und gehen auch auf das lange Pier, welches in jedem Reiseführer Erwähnung findet. Alles ist zu 100% vermarktet. Die Musik die über das Pier schallt ist von den Rolling Stones. Das ist auch das Einzige was mir gefällt, der Rest hat billigen Kirmescharakter. Wir schlendern durch die Stadt und schauen in einige Läden. Sabine ist immer ganz neugierig wie die Läden in anderen Ländern aussehen. Gegen 15:00 fahren wir zu den Kreidefelsen. Mir machen nur einen kurzen Fußmarsch oberhalb der Klippen um einige Fotos zu schießen, es ist einfach zu drückend heiß. Auf dem Rückweg gucken wir noch ein paar Minuten einem Cricketspiel zu. Gegen 18:00 trudeln wir wieder auf dem Zeltplatz ein. Wir haben heute nicht viel gemacht, sind aber trotzdem ziemlich platt. Mittlerweile sind ein paar Wolken aufgezogen.

Montag 02.07.2918

Gegen 10:00 Uhr verlassen wir das Kuckucksnest, so heißt unser Zeltplatz. Als erstes steuern wir eine Tankstelle an um Sprit zu fassen. Die Spritpreise liegen in etwa wie in Deutschland. Wir fahren eine Mischung aus gut ausgebauter Landstraße, wo wir bei Einhaltung des Tempolimits, den ganzen Verkehr aufhalten und kleinen Nebenstraßen. Die Nebenstraßen, Single Track Roads, sind sehr schmal und man fährt eigentlich nur in einem grünen Tunnel. Man sieht nichts anderes als grün, rechts, links und auch oben. Für einige km ist das ganz interessant aber irgendwann wirkt es beklemmend, wenigstens auf mich. Unsere Mittagspause machen wir auf dem Parkplatz eines großen Gartencenters. Hier finden wir unter den Bäumen ein schattiges Plätzchen. Anschließend wird natürlich noch das Gartencenter von innen inspiziert. Wir erreichen Westsussex. Hier sind die Straßen immer öfter auch mal offen und man sieht etwas von der Landschaft. Wir durchfahren die sehr schöne Kleinstadt Middlhurst, haben aber aufgrund der Hitze keine Lust hier eine Pause einzulegen. In Steep finden wir den Zeltplatz den wir uns ausgeguckt hatten. Eine Wiese ohne Schatten und 2 Dixieklos, das war’s. Wir schütteln beide mit dem Kopf und fahren weiter bis zum nächsten Platz. Hier auf der “Woodlands Farm” kommen wir für 10 Pfund die Nacht unter. Der Platz ist schön gelegen, nur die sanitären Anlagen sind eine mittlere Katastrophe. Für morgen haben wir uns mit Jo, einem Freund von uns, am Corfe Castle verabredet. Wir werden morgen etwas zeitiger starten um gegen 15:00 am Ziel zu sein.

Dienstag 03.07.2018

Nach Müsli mit frischen Erdbeeren und dem Morgenkaffee packen wir alles zusammen und machen uns auf den Weg. Die Sonne brät wieder erbarmungslos vom Himmel. Es sind auch wieder einige sehr schmale Straßen dabei. Gegen 10 Uhr besichtigen wir unseren ersten Garten, den Hilliers Garden. Hier ist Sabine ganz in ihrem Element und blüht im wahrsten Sinne des Wortes auf. Nach gut 3 Stunden Wanderung durch die sehr abwechslungsreiche Anlage mit jeder Menge verschiedener Bäume, Sträucher, Farne und tausender bunter Blumen machen wir unseren verdientes Mittagspicknick. Weiter geht es Richtung Corfe Castle, wo wir gegen 16:00 Uhr eintreffen. An der Rezeption haut es mich fast aus den Wanderschuhen – 2 Nächte für 2 Personen, 2 Mopeds und ein Zelt = 60 Pfund. Wären wir hier nicht verabredet gewesen, wären wir wieder gefahren. Am Abend kommt der mobile Fisch and Chips Wagen auf den Zeltplatz von dem wir jeder eine Portion mitnehmen. Bis in den späten Abend haben wir, Jo, Sabine und ich noch viel zu erzählen.

Mittwoch 04.07.2018

Wir stehen gegen 7:00 Uhr auf und frühstücken noch zusammen. Um halb neun machen wir uns auf den Weg zur Küste. Kurz vor dem Ziel bekommen wir einen kurzen Schauer ab. Wir verstauen die Mopedsachen in der Gepäckrolle und machen uns zu Fuß auf den Weg zum Durdle Door. Zum Glück ist es heute bedeckt und es weht ein stetiger Wind. Bevor der große Touriandrang eintrifft haben wir in Ruhe unsere Bilder gemacht. Auf dem Rückweg sehen wir viele Leute, wo wir denken, die kommen da nie an ( völlig übergewichtig, Pumps oder Flip Flops als Schuhwerk u.s.w.) Es geht zurück zum Zeltplatz. Wir ziehen die Wandersachen an und machen uns auf den Weg zum Corfe Castle.  10 Pfund Eintritt pro Person und wir können die Burganlage inspizieren. Danach gehen wir zum historischen Bahnhof von Corfe Castle, der sehr aufwendig und liebevoll restauriert und gepflegt wird. Hier fährt noch eine Dampflok im Linienbetrieb, die wir ablichten wollen. Nach kurzer Wartezeit kündigt sich das schnaufende Ungetüm an. Die Weichen werden noch von Hand von einem Stellwerkhaus gestellt. Wir beobachten den Stellmeister wie er die langen Hebel bedient und wie sich draußen an den Gleisen die Stahlseile bewegen und so die Weiche eine neue Richtung vorgibt. Den Abend beschließen wir mit einem Rundgang durch das Städtchen und anschließendem Essen. Wir trinken jeder 2 Bier und bekommen so langsam Bettschwere. Nach dem Rückmarsch zum Zeltplatz sind wir k.o..

Donnerstag 05.07.2018

Heute kriechen wir kurz nach 7:00 aus dem Zelt. Wir wollen nochmal zum Corfe Castle fahren um ein paar Bilder zu machen. Von Corfe Castle fahren wir wieder über ein paar kleine Straßen Richtung Weymouth. Eigentlich wollten wir in Weymouth nicht anhalten, aber die Strandpromenade verlockt doch zu einem kleinen Fotostopp. Von Weymouth aus fahren wir die Küste entlang bis kurz hinter Bridport. Hier biegen wir zum Kieselstrand ab, laufen ein paar Meter und sammeln ein paar schöne kleine Steine. In dem kleinen Fischerdorf Seatown machen wir Rast und essen in einem Pub zu Mittag. Sabine bestellt sich einen Art Pate und ich eine Platte mit verschiedenen Pies und Salat. Bis zu unserem Zeltplatz ist es nicht mehr weit. Gegen 15:00 bauen wir das Zelt auf. Ich schraube noch eine Kleinigkeit an Sabines Twin und wir schreiben Tagebuch. Im Dartmoor, etwas nördlich von Travistock, reservieren wir für die nächsten 3 Tage einen Zeltplatz. Von dort werden wir dann etwas die Gegend erkunden. Nach dem Abendessen fahren wir noch nach Lyme Regis. Wir machen einen Bummel an der Hafenpromenade, essen ein sehr leckeres Eis und genießen den Sonnenuntergang. Kurz vor 22:00 Uhr sind wir zurück am Zeltplatz.

Freitag 06.07.2018

Die Sonne lugt früh ins Zelt und weckt uns. Zum Frühstück gibt es armer Ritter, die beste Variante altes Weißbrot aufzubrauchen. Gegen halb 10 sitzen wir auf den Motorrädern und starten Richtung Dartmoor. Wir fahren an der Küste entlang Richtung Exeter. In Sidmouth machen wir einen kurzen Fotostopp und kommen mit einem Rentner ins Gespräch, der mit seiner 61 Jahre alten Ambassador unterwegs ist. Die Maschine sieht aus wie aus dem Laden, unglaublich. Kurz vor Exeter fahren wir ein Stück Autobahn wo ich auch gleich die falsche Abfahrt nehme. Auf einem kleinen, sehr engen, Singletrail kommt mir in einer Linkskurve ein kleiner Postwagen entgegen, beide sind wir recht zügig unterwegs (ca.30km/h), was darin endet, dass ich die Twin auf die Seite lege. Die mittlere Spur besteht nur aus Split und das Vorderrad hatte keinen Grip mehr beim Bremsen. Sabine hilft mir die Twin wieder aufzurichten. Die Postwagenfahrerin war auch ihrerseits etwas erschrocken. Sabines Kommentar: Die erste Postwagenfahrerin der British Mail, die dich “flachgelegt” hat. Wir besuchen an diesem Tag noch den Donky Sanktuary Hof. Hier bekommen Esel ihr Gnadenbrot. In England ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass jedem Esel solch ein Platz zusteht. Wir erreichen das Dartmoor. Viele Hügel die mit Farn bewachsen sind. An den Straßen machen es sich Schafe und Pferde gemütlich. In Travistock erreichen wir den reservierten Platz. Nach dem leckeren Abendessen geht die Sonne unter und es wird sofort kühl.

Samstag 07.07.2018

In der letzten Nacht haben wir nicht so gut geschlafen, wir wurden Nachts immer wieder von Geräuschen im Vorzelt geweckt. Nach dem 4. oder 5. Mal entdecke ich einen Igel als Krachmacher. Nach dem Frühstück fahren wir wieder ins Dartmoor. An der Kreuzung Two Bridges machen wir einen Fotostopp und haben noch das Glück eine ganze Truppe von Hot Rot Fahrern zu erwischen. Diese Fahrzeuge wären in Deutschland ein gefundenes Fressen für die Polizei und den TÜV.  An einem kleinen Aussichtspunkt mit Felsformationen machen wir einen Fotostopp. Auf kleinen Singletrails geht es nach Staveton um uns hier die South Devon Railway anzusehen. Wieder eine liebevoll restaurierte Dampflok die hier ihren Dienst versieht. Von hier aus wollen wir noch an die Küste aber ich verheddere mich in dem ganzen Singletrackgewusel, so dass wir dann doch die Heimfahrt zum Camp antreten. Am Abend fahren wir nochmal nach Travistock um zu erkunden was sich hinter dem “Edge Festival” verbirgt.

Sonntag 08.07.2018

Aufstehen um 7:15. Wir fahren durch das Dartmoor. Unser erstes Ziel ist Whitecomb in the Moor. Das soll ein sehr fotogenes kleines Dorf sein. Als wir dort ankommen, sehen wir nichts als eine große Kirche und ca.5 alte Häuser. Das nächste Ziel ist Drago Castle. Den Besuch sparen wir uns – 12 Pfund Eintritt für ein voll eingerüstetes Schloss – nee. In der Nähe ist noch ein Skulpturenpark, den wir gerne besucht hätten, aber die Hitze nervt. Also machen wir uns gegen 14:00 wieder auf den Rückweg durchs Dartmoor zum Campingplatz. Am Abend fahren wir nach Travistock und gehen dort Essen. Das Essen ist sehr lecker, nur Sabines Portion hätte etwas größer ausfallen können. Wir genehmigen uns ein Amber Bier was sehr gut schmeckt. An der Poststation kaufen wir noch ein Fourpack Cider für den Zeltplatz.

Montag 09.07.2018

Heute scheint es der wärmste Tag zu werden. Schon kurz nach dem Frühstück stehen wir im eigenem Saft. Von Travistock aus fahren wir ein ganzes Stück südwestlich auf der A390 bis kurz vor Liskeard. Hier biegen wir südlich ab in Richtung Küste. In Looe, einem hübschen aber überlaufenem Fischerstädtchen mach wir einen Fotostopp. Weiter geht es entlang der Küste bis Polruan. Hier wollen wir mit der Fähre übersetzen, müssen aber am Ortseingang lesen, dass es sich hier nur um eine Personenfähre handelt. Wir fahren einmal durch die sehr engen Gassen und finden die Autofähre ein paar km weiter nördlich. Hier setzen wir für 3 Pfund pro Motorrad nach Fowey über. Vor St.Austell steuert Sabine eine Food Hall an. Wir wollen etwas einkaufen und auch Mittagsrast machen, nur ist hier alles geschlossen und überall turnen Handwerker rum. Also setzen wir uns nebenan ins Sam’s, einen Burgerladen, und essen eine Kleinigkeit. Hinter St.Austell steuern wir unseren Zeltplatz an der Küste an. In dieser Gegend gibt es extrem viele Camping Parks und Zeltplätze. Nach kurzer Suche finden wir unser Ziel und machen den Platz für 3 Nächte fest. Am Abend gehen wir noch zu Fuß zum Strand und beobachten einen schönen Sonnenuntergang.

Dienstag 10.07.2018

In der Nacht hat es sich, wie angekündigt, etwas zugezogen. Heute kann man es gut aushalten. Es weht eine steife Briese, die kräftig am Zelt rüttelt. Zur Sicherheit spanne ich das Zelt noch etwas ab und das Sonnentarp wird eingerollt. Gegen halb elf fahren wir in den Lost Heligans Garden. Auf dem Parkplatz ziehen wir uns um. Der Eintritt kostet 15 Pfund pro Nase. Die Gartenanlage ist sehr weitläufig angelegt und wir wandern hier bis ca 16:00 herum. Ich hatte mir etwas mehr Kunstobjekte in den Anlagen erhofft und nicht nur die 2 Figuren mit denen in jedem Prospekt geworben wird.  Es wachsen einige subtropische Pflanzen hier, die an Größe schon mehr zu bieten haben als unsere einheimischen Gewächse. Sabine kennt fast alles was hier so rumwächst und stellt sich alles in ihrem Garten vor, der dafür natürlich viiiiel zu klein ist. Am Abend bekommen wir von unserem Zeltnachbarn noch sehr schöne Gitarrenmusik Live zu hören. Das ist so richtiges Urlaubsfeeling, schöne Musik und ein Glas Rotwein. Morgen geht es ins Eden Project.

Mittwoch 11.07.2018

Eden Project steht heute auf dem Plan. Um 10:30 treffen wir dort ein. Wir ziehen uns am Motorrad um und schließen unsere Helme in einem Schließfach ein. Der Eintritt beträgt 27,50 Pfund. Da wir einen Tag zuvor schon in den Lost Gardens waren bekommen wir 10% Discount. Trotzdem viel Geld. Aber für das, was wir dort gesehen haben geht das voll in Ordnung. Die ganze Anlage wirkt auf den ersten Blick sehr futuristisch. Im Inneren der Kuppeln sind verschiedene Vegetationszonen der Erde nachgebaut. In der tropischen Zone kommen wir mächtig ins Schwitzen, je höher wir auf dem Rundweg nach oben kommen. Es gibt jede Menge Blumen, Farne, Bäume, Nutzpflanzen u.s.w zu sehen. Auch die Außenanlage ist sehr liebevoll gestaltet und gepflegt. Wir verbringen 5 sehr kurzweilige Stunden hier. Die gesamte Anlage kann man an einem Seil befestigt überfliegen. Diese Attraktion nennt sich Hang Loose und kostet nochmal 25 Pfund extra.  Wenn wir nicht so platt gewesen wären, hätten wir es uns bestimmt überlegt. Danach fahren wir nach Charlestown. Hier liegen noch 3 alte Segelschiffe vor Anker und der Hafen wurde schon des Öfteren als Filmkulisse benutzt. Im “Peer Inn” essen wir lecker zu Abend. Gegen 20:00 treffen wir wieder am Zeltplatz ein und sehen wenig später viele bedröppelte englische Gesichter. Die Kroaten haben die Engländer im Halbfinale der WM rausgeworfen.

Donnerstag 12.07.2018

Um 9:30 sitzen wir bei herrlichstem Mopedwetter auf den Maschinen. Es geht zuerst noch ein Stück an der Küste entlang. Kurz vor Truro überqueren wir mit der Prinz Harry Ferry den Carrick Roads. Mittagspause machen wir in dem wunderschönen kleinen Hafendörfchen Moushole. Wir wundern uns immer wieder wie geduldig sich der ganze Verkehr durch diese engen Straßen zwängt. Kurz hinter Moushole gelangen wir auch schon zum Lands End. Hier gibt es, wie erwartet, außer jeder Menge Touribuden und etwas Küste nichts Besonderes zu sehen. Wir zahlen auch hier mal wieder fürs Parken. Nach ein paar Fotos machen wir uns schnell wieder auf den Weg. Wir fahren an der Westküste entlang, wo es noch ein paar schöne Aussichtsstellen gibt, unter anderem den Hell’s Mouth. Kurz vor Redruth landen wir auf einem schönen kleinen, abgelegen Zeltplatz. Sabine brutzelt in der Pfanne ein paar leckere Beinscheiben vom Lamm mit Thymian und Knobi. Dazu leeren wir ein Fläschchen Rosé.

Freitag 13.07.2018

Um 9:30 sind wir abfahrbereit. Es geht wieder ein kleines Stück an der Küste entlang. In Polcead fahren wir auf den Pentired Point um ein paar Fotos zu machen, nur ist die Aussicht nicht so doll, da mal wieder alles mit Hecken zugewachsen ist. Als nächstes steuern wir Port Isac an. Auch hier sind wir etwas enttäuscht: nichts als Tourishops.  Der Ort Mousehole hat uns verwöhnt. Weiter geht es nach Tintagle, hier machen wir auf einer Kuhweide, das Castle Tintagle direkt vor den Augen, Picknick. Auch hier hat sich alles auf Tourismus eingestellt. Viel schöner sind oft die kleinen, unscheinbaren Orte, die wir auf den Strecken durchqueren. Nach Tintagle machen wir etwas Strecke und fahren nordwärts bis Ilfracombe. Hier kaufen wir Leckeres für den Abend ein. In Watermouth, ein paar km östlich finden wir einen sehr schönen Zeltplatz. Für 13 Pfund die Nacht bekommen wir eine herrliche Aussicht und erstklassige sanitäre Anlagen. Am Abend machen wir einen kleinen Spaziergang und beobachten später wie die Sonne dunkelrot im Meer versinkt.

Samstag 14.07.2018

Heute sind wir ca.100km kreuz und quer durch das Exmoor und an der Küste entlang gefahren. Diese Region gefällt uns bisher am besten in England. In Lympton sind wir noch auf einem Hafenfest gelandet. Gegen 16:30 sind wir zurück am Zeltplatz. Im Pub, ganz in der Nähe, essen wir lecker zu Abend. Wir trinken beide ein Pint Ale und sind kurz danach reif fürs Bett. Ab Morgen machen wir uns wieder auf den Rückweg. Sabine möchte unbedingt noch einmal an die Küste von Lyme Regis, in der Hoffnung, dass es diesmal nicht diesig ist.

Sonntag 15.07.2018

Leider müssen wir heute den schönen Zeltplatz “Watermouth Valley” verlassen. Wir fahren Richtung Sessel Beach, die 29km lange Dünenzunge, die Sabine unbedingt nochmal bei klarer Sicht sehen möchte. Wir finden kurz vor Chikkarrel einen nicht sehr schönen Zeltplatz. Nach dem Essen versuchen wir noch zu Fuß an die Dünenzunge zu gelangen, leider vergeblich. Am Abend halten wir noch ein kurzes Schwätzchen mit einem Holländischen Pärchen und einem einheimischen Reisenden mit seiner Frau. Thema war unter anderem mal wieder der Brexit.

Montag 16.07.2018

Halb sieben aufstehen. Als erstes fahren wir nochmal ein paar km zurück an den Kieselstrand, den wir auch schon auf der Hintour besucht hatten. Auch hier wollte Sabine nochmal bei besserem Wetter hin und noch eine Tüte Steine mitnehmen. Weiter geht es über Svanage und mit der Kettenfähre nach Bournemouth.  Im New Forest National Park finden wir einen tollen Zeltplatz mitten im Wald. Wir kommen uns vor wie in der Lüneburger Heide. Sabine und Ich sind heute beide einmal mit dem Moped umgekippt. Sabines Kupplungshebel ist dabei abgebrochen. Zum Glück sind es nur noch 2km bis zum Zeltplatz und ich hatte Ersatz dabei. Hier bleiben wir 2 Nächte.

Dienstag 17.07.2018

Als erstes fahren wir heute nach Bucklers Hard, einem Museumsdorf. Hier wurden früher die Kriegsschiffe, unter anderem auch für Lord Nelson, gebaut. Das Museum bzw die Ausstellung über Bucklers Hard ist recht interessant, das Dorf selber hat nicht so viel her gemacht. Anschließend fahren wir in das National Motor Museum, das ist schon eher etwas für mich/uns. Viele alte Autos und Motorräder, nicht nur aus England gibt es hier zu sehen. Auch einige kuriose Sachen gibt es zu entdecken. Anschließend besichtigen wir das viktorianische “Palace House”.  Nach der ganzen Lauferei gönnen wir uns in Beaulieu endlich den ersten Cream Tea. Die Clotted cream, die es zu den trockenen Scones gibt, hat es schon in sich. Das ganze liegt zwischen Creme Fraiche, Butter und Sahne. Darunter kommt dann die Erdbeermarmelade. Ich ziehe ein schönes Stück Nusskuchen mit Sahne vor. Wir stellen uns so langsam auf das Urlaubsende ein. Morgen wollen wir auf jeden Fall bis Ryhe oder auch noch bis zum Camping Switzerland in der Nähe von Dover. Wenn wir das schaffen bleiben wir dort die letzten 2 Nächte.

Mittwoch 18.07.2018

Um 8:00 Uhr sitzen wir auf den Motorrädern. Wir haben ca. 260km vor uns, das meiste davon Autobahn oder Schnellstraße. Wir kommen recht gut um Southhampten herum, obwohl wir mitten im Berufsverkehr sind. In Hastings fahren wir an der Promenade entlang und beobachten das bunte Treiben. Wir wollen uns noch Rhye anschauen jedoch ist es hier so voll, dass wir nicht mal mit dem Motorrad einen vernünftigen Parkplatz bekommen. Also weiter Richtung Dover. Wir machen an einem Supermarkt halt und kaufen für den Abend und das Frühstück ein. Am Geldautomaten hole ich noch die letzten 50 Pfund von der Sparcard ab. Den Campingplatz Little Switzerland finden wir erst beim 2.Anlauf. Der Platz kurz davor ist zum Glück schon voll. Wir bauen das Zelt auf dem recht kleinen Pitch auf und bekommen gerade noch ein leckeres Pint Ale im Restaurant bevor es schließt. Jetzt warten wir auf den Sonnenuntergang und dann wird der Kocher angeschmissen. Es gibt heute noch einmal Lamm und dazu einen leckeren Rosé.

Donnerstag 19.07.2018

Heute schlafen wir aus und fahren gegen Mittag nach Dover. Dover hat außer der Burg, die über der Stadt thront, nicht all zu viel zu bieten. Auf dem Rückweg machen wir an einem Aussichtspunkt unseren letzten Urlaubspicknick. Gegen 14:30 sind wir wieder auf dem Zeltplatz, packen ein paar Sachen um und bereiten uns auf die Rückfahrt vor.

Freitag 20.07.2018

Abfahrt der Fähre um 12:00 Ankunft in Dünkirchen um 15:00. Das Wetter ist das erste mal seit 3 Wochen richtig schlecht.

Resumee

Südengland 2019

Bestes Wetter, ausgerechnet in dem Land mit der höchsten Regenwahrscheinlichkeit. Nur einen 5 Minuten Regenschauer in 3 Wochen.
Im Dartmoor trockenster Sommer seit 51 Jahren.
Immer gut gegessen, entgegen aller Gerüchte über die englische Küche.
Campingplätze von 10 Pfund – 30 Pfund die Nacht. Toilettenanlagen zu 95% immer Top.
Bier (Ale) und Cider sind sehr lecker. Die deutschen Brauer sollten sich von der Biervielfalt mal eine Scheibe abschneiden.
Die Autofahrer sind sehr rücksichtsvoll und geduldig, man hört fast nie ein Hupkonzert.
Der Osten von Südengland ist vollgepflastert mit Speedcameras. Filmkameras sind an allen Ecken, Plätzen und Straßen.
Lidl Parkplatz – Fotografieren des Nummernschildes und mit Kassenbon Nummernschild einscannen sonst 90Pfund Strafe, echt krass.
Pay & Display im ganzen Land. Als Autofahrer keine Chance umsonst zu parken auch nicht in der hintersten Pampa.
Im Gegenzug überall super saubere öffentliche, meist kostenlose Toiletten.
Im Restaurant Getränke und Essen an der Theke selber bestellen und sofort bezahlen. Getränke immer selber holen, das Essen wird gebracht.
Jeder Engländer hat min. einen Hund und auch immer Beutel für die Hinterlassenschaft dabei.
Überall Tauben im ganzen Land.
Kaum Insekten unterwegs, immer klare Sicht durchs Visier :-))

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